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Verletzlichkeit ist der Wegweiser zu dir selbst (LebensLiebe Folge 12)

April 20, 2018

 

Willkommen zu LebensLiebe. Dem Podcast & Blog zum Leben, Lieben und Lachen: Heute geht es um Verletzlichkeit. Aus diesem Blog nimmst du für dich mit welche Botschaften Scham und Schmerz haben, wie du diese Botschaften in deinem Körper verortest und wie du dich durch Tanzen und Liebe in dich selbst verliebst.

 

In der ganzen letzten Woche hat mich die menschliche Verletzlichkeit beschäftigt.

Bevor ich darauf tiefer eingehe, möchte ich Dir erzählen, woher das Interesse kam. Ich hatte die wunderbare Möglichkeit einen Workshop zu „Design your life`s purpose“ in San Francisco zu geben. Mir ist es eine Herzensgelegenheit Menschen zu helfen in ihren eigenen Purpose zu wachsen und von dort aus die Welt zu erobern. Aber ich weiß auch, wie viele Gedanken, Hoffnungen und Momente des Zweifels in den Weg des Verstehens von Purpose fliessen können. Diese Suche ist mit Sackgassen und Fragen verbunden und nur die wenigsten von uns wachen eines Tages auf und wissen, wofür sie geboren wurden. Manche rutschen in ihren Purpose hinein, manche wissen von klein an, was sie tun werden, wenn sie groß sind. Doch die meisten von uns sind eher auf der Suche danach.

 

Wenn wir auf der Suche nach unserem Weg in Sackgassen landen und Zweifeln und Ängsten begegnen, fordert das Kraft. Darum war ich so dankbar für den Mut und die Offenheit der Workshop-Teilnehmer. Ab der ersten Minute war klar, wir würden uns voller Vertrauen auf ihren Pfad zum Purpose zu stürzen. Diese Betrachtung beinhaltete in der ersten Workshop-Stunde eine Analyse des aktuellen Zustands:

 

- Wo stehst du?

- Wie geht`s dir?

- Bist du glücklich im Job, deinem Beziehungsleben?

- Bist du gesund?

- Hast du Energie und Kraft?

 

Das sind eigentlich ganz normale Fragen. Doch oft sie im Alltag unter.

Wer sich diesen Fragen in Ruhe widmet, merkt manchmal schnell: So richtig gut geht es mir gerade nicht. Genau das ist in der ersten Stunde dieses Workshops passiert. Tränen sind geflossen. Fragen entstanden. Ich durfte in viele traurige Augen schauen und dahinter den großen Mut sehen, den es erfordert, diese Fragen zu stellen, über ihre Antwort zu weinen und in die eigene Verletzlichkeit zu treten.

Ich war unglaublich dankbar dafür, diese Gefühle sehen und teilen zu dürfen. Denn sie haben mir gezeigt, wie bereit die Teilnehmer waren, in die Veränderung zu treten und ihren Purpose anzugehen.

 

Was ist Verletzlichkeit?

Laut Duden hängt Verletzlichkeit ganz nahe mit Empfindlichkeit, Zartheit und Zerbrechlichkeit zusammen. Ist das nicht schön? Verletzlichkeit ist also die Fähigkeit zum Fühlen und in die eigene Sanfheit zu treten. Die Professorin Brené Brown ergänzt die Definition, in dem sie betont, dass Verletzlichkeit auch sehr viel mit Unsicherheit und Risiko zu tun hat. Denn das Vermeiden des Verletzt- werdens hängt eng mit dem Kreieren und Festhalten von Sicherheiten und Normen zusammen. So vermeidet der Mensch emotionale Auf und Abs und die Ungemütlichkeit, die durch Unsicherheit entsteht.

 

Was ist Verletzlichkeit für dich?

 

Das Leben ist unsicher

Es passiert einfach und fragt nicht immer, ob denn nun die Geschehnisse zu unserem Bedürfnis von Sicherheit passen. Meistens ist es eher so. Wenn wir denken, alles ist gerade in Ordnung wie es ist, passiert etwas und bringt uns aus dem Gleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht verunsichert und wirft Fragen auf. Wir tendieren dazu, die Antworten zunächst im Bekannten und in den erlernten Normen zu suchen.

Brené Brown erläutert dieses Phänomen mit ihrem wunderbaren Humor in ihrem TedTalk „The Power of Vulnerability“. Sie erklärt, dass wir alle in einer Gesellschaft aufgewachsen sind, in der man stets stark sein soll. Die Stärke, so vermittelt diese Gesellschaft, entsteht durch Glaubenssätze, die man sich immer wieder erzählt.

Zum Beispiel:

„Man behält seinen Job bis man in die Rente geht. Das ist schon immer so gewesen.“

Auch schön: „A leader is one who knows the way, goes the way, shows the way.”

Die Schwierigkeit solcher Schwarz-Weiß Zeichnungen ist, dass sie uns nicht auf eine unsichere Welt vorbereiten. Sie geben uns keine Werkzeuge für den Umgang mit Veränderung und Erneuerung. Diese Glaubenssätze stehen für Kontinuität und Festhalten.

 

Was passiert, wenn die Dinge nicht so funktionieren, wie wir das gelernt haben? Dann tritt Angst vor der Unsicherheit ein. Oft folgt ein weiteres Gefühl: Scham!

Wir fürchten, wir sind nicht gut genug. Scham! – Was fühlst du, wenn ich das sage?

 

Tipp 1:

An dieser Stelle nur ein kurzer Tipp bzw. eine Wahrheit von Herz zu Herz:

Du bist genug. Du bist genug. Du bist genug.

Du bist ein Traum, den das Universum aus einem bestimmten Grund geschaffen hat. Du bist ein Traum des Universums. Du bist genug.

 

Meine eigene Scham

Mir war das nie so bewusst, aber als ich während dem Verfassen meiner Doktorarbeit plötzlich keine Kraft mehr hatte, sie wirklich gut zu beenden (zumindest nach meinen Anforderungen) habe ich mich geschämt. Die Scham stieg mit den vielen Absagen auf Einreichungen, die ich auf meine Artikel bekam. Obwohl ich wusste, dass das Teil des Spiels der Wissenschaft ist, hatte ich doch das Gefühl nicht gut genug zu sein.

 

Wenn du die Scham und die Verletzlichkeit ignorierst

Ich habe angefangen, verschiedenste Taktiken anzuwenden, um die Verletzlichkeit zu ignorieren. Wenn man die Theorien zur Vermeidung von Verletzlichkeit anschaut, kommen so einige Aha-Momente. Denn wir Menschen tendieren dazu, Verletzlichkeit wenig Raum zu geben. Stattdessen flüchten wir uns in Ersatzbeschäftigungen, die uns von der eigenen Sanftheit, der Weichheit – der Verletzlichkeit – ablenken. Wir versuchen unsere Gefühle von Angst, Verunsicherung und Festhalten am Bekannten still werden zu lassen. Wir betäuben diese bunte Palette an Gefühlen. Ist ja auch viel einfacher.

 

Ich erinnere mich an meine eigene Phase der Scham. Ich hatte ganz oft das Gefühl, dass mich meine Angst vor der Unsicherheit erschlägt.

Doch ich hatte noch mehr Angst davor mir diese Gefühle anzuschauen. Ich habe sie blockiert. So reagieren wir Menschen. Wir ignorieren die Nachrichten unserer Emotionen, bis wir nichts mehr fühlen.

Brené Brown warnt dabei vor dem Teufelskreis: Wir tendieren dazu unsere Gefühle zu betäuben, in dem wir weghören und uns ablenken. Oft bedeutet Ablenkung Konsum und lautes Rauschen, das wir durch Medien wie Filme, Handy, Internet oder Betäubungsdrogen wie Alkohol erzeugen.

Ich habe in dieser Phase keinen Alkohol getrunken und zunehmend weniger Lust gehabt, überhaupt irgendwelche Dinge zu konsumieren. Stattdessen habe ich relativ bald angefangen, mir die Ängste anzuschauen.

Trotzdem glaube ich, dass es an der Stelle wichtig ist zu erwähnen, was Scham und Verletzlichkeit mit sich bringen können.

 

Tipp 2:

Überlass den Gefühlen der Scham nicht die Kontrolle. Schau was sich hinter dem Vorhang der Scham verbirgt. Denn dort ist mehr. Dort ist eine Nachricht für dich. Du hältst das Steuer über dein Leben in der Hand. Sprich darüber. Suche dir deine Vertrauten. Lade ein paar Schutzengel in dein Leben ein. Menschen helfen gerne. Dadurch fühlen sie sich gebraucht und du darfst genau dafür deine Freunde in Anspruch nehmen.

 

Verletzlichkeit ist der Wegweiser zu dir selbst

 

Rational ist uns allen klar, dass Betäuben und Weghören zu mehr Betäuben und Weghören führt, bis wir uns schliesslich ganz verlieren. Umgekehrt bedeutet das auch, wenn du nicht weghörst und -schaust, sondern dich auf Gefühle wie Angst, Verunsicherung und Scham einlässt, wirst du dich auf eine Weise kennenlernen, wie du das vorher nicht getan hast. Ich gehe noch weiter: Du wirst ein Level an Energie gewinnen, das du immer und immer wieder dafür einsetzen kannst, noch mehr du selbst zu sein. Genau das ist Verletzlichkeit: Es ist ein Wegweiser zu dir selbst.

 

Aus eben diesem Grund war ich tief erfüllt von Dankbarkeit und Liebe als die Workshop-Teilnehmer ihre Tränen rollen liessen während sie ihr Leben analysierten. Es hat gezeigt, dass sie bereit waren sich auf ihre Verletzlichkeit und ihr wahres Ich einzulassen.

 

Eine wunderbare Freundin hat das vor Kurzem so formuliert: „Wenn du erst mal die Wellen über dich rollen lässt, anstatt dich immer und immer wieder gegen sie zu wehren, wirst du merken, wie sie dich tragen.“ Wir versuchen im Kampf gegen das was ist die Wahrheit zu finden. Wir kämpfen gegen die Veränderungen im Leben – gegen die Trennung oder den Verlust des Jobs – statt uns zu sagen:

„Hey, du darfst verletzlich sein.“

„Du darfst um den Verlust weinen, du darfst eine Weile lang verzweifeln, du darfst den Kopf gegen die Wand schlagen.“

„Dabei darfst du deinem Herz zu schauen, wie es ein wenig blutet und du darfst fühlen, wie deine Seele leidet.“

Du darfst all das wahrnehmen. Denn diese Gefühle zeigen dir, dass du lebst. Sie sind Teil deiner Lebendigkeit. Sie sind echter und ehrlicher als die Betäubung. Sie zeigen dir auch, dass du ebenso viel Freude, Wertschätzung und Liebe empfinden kannst. Sie zeigen Dir, dass du bist.

 

Tipp 3:

 

Wenn du dich in einer solchen Lebensphase befindest, schau bitte jetzt in den Spiegel und sage dir Folgendes. „Ich liebe dich.“ Genau jetzt.

„Ich liebe jede deiner Imperfektheiten, jede kleine Falte, jede Rundung, jeden Wutausbruch, jeden Zweifel, jede Änderung deines Weges. Ich liebe dich. Komplett. Ich liebe dich wie du bist.“

 

Umarme deine Verletzlichkeit und wachse in dein schönstes Ich

 

Mit dieser liebevollen Umarmung deiner Verletzlichkeit kreierst du Raum für dein schönstes und authentisches Ich.

In diesem Raum aus Mitgefühl, Sanftheit und Liebe wirst du auch ganz viel Mut, Kraft und Kreativität entdecken. Als ich in diesen Raum aus Mitgefühl, Sanftheit und Liebe eingetreten bin, ist mir erst mal aufgefallen, wie viel Druck ich eigentlich auf mich selbst aufbaue. Wir leben in einer Welt, in der wir schön, erfolgreich und stark sein sollen. Dein Spiegelbild soll dir ewige Jugend und Schlankheit zuflüstern; dein Job und dein Bankkonto ständigen Erfolg und steigenden Reichtum. In deinem Leben selbst sollst du leistungsfähig, sportlich, sozial und der liebevollste Partner der Welt sein. Kein Wunder, dass Verletzlichkeit in diesen Ego-erfüllten Optimalvorstellungen kein Platz hat. Kein Wunder, dass wir manchmal zusammenbrechen, oder?

 

Tipp 4:

 

Darum frage ich dich: Welches dieser Ideale löst am meisten Schmerz in dir aus? Welche der Themen (Schönheit, Erfolg, Beziehung) belasten dich gerade am meisten? Wo hast du das Gefühl zu versagen? Wo in deinem Körper fühlst du den Schmerz?

 

Höre auf diesen Schmerz. Höre auf die Körperstelle, die reagiert. Falls keine Körperstelle reagiert, ist das auch ok.

 

Schreib dir auf, was der Schmerz zu sagen hat und bleibe in der kommenden Woche bei dieser Nachricht. Sie wird dein Lehrer sein. Und dann lass den Schmerz und die Nachricht ziehen.

 

 Unsicherheit ist die einzige Sicherheit

 

“When nothing is sure, everything is possible.”

Margaret Brabble

 

Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich. Dieses Eintreten in die Verletzlichkeit ist eigentlich gar nicht so schlimm. Du wirst merken, wenn du dir voller Liebe und Sanftheit den Raum dazu gibst, erlaubst du deinem Inneren auch viel Schmerz aufzulösen. Das ist Wachsen. Es ist aber auch wie ein Flirt mit dir selbst.

Erinnere dich an die Magie des Kennenlernens eines neuen Partners. Am Anfang ist der Flirt und das Erforschen. Man entdeckt so viel Schönheit und Zauber an diesem neuen Partner, aber auch an sich selbst, wenn man mit diesem Menschen zusammen ist. Liebe verzaubert uns. Leider meinen viele von uns, diese Art des Zaubers nur mit anderen Menschen finden zu dürfen.

Ich möchte dich jetzt dazu einladen, dich in dich selbst zu verlieben. Halte ganz liebevoll und sanft den Raum für deine Verletzlichkeit, während du die Dinge erforschst, die dich schmerzen.

  • Sei liebevoll zu dir!

  • Flirte mit dir!

Verletzlichkeit macht dich wunderschön. Sie zeigt dir, wer du wirklich bist. Nimm beim Flirten die vielen tollen Eigenschaften an dir wahr. Höre hin. Sei immer und immer wieder liebevoll. Danke dir selbst dafür so wundervoll zu sein.

 

Tipp 5:

 

Ich lade dich abschliessend zu einem kleinen Tanz ein. Such dir genau jetzt eines deiner Lieblingslieder heraus. Mach die Musik laut und tanze. Lache. Flirte mit dir. Hab die Arme. Flirte mehr. Sei dankbar für die Bewegung, deinen Körper und dein Leben. 

 

Verletzlichkeit ist unsere persönliche Konfrontation mit Unsicherheit und Angst. Dabei macht uns Verletzlichkeit so schön, einzigartig und stark. Verletzlichkeit ist das, was uns zu unserem authentischen, liebevollen und sanften Ich führt. Verletzlichkeit ist der Mut gesehen zu werden, wie wir sind und so die Fähigkeit zu entwickeln, auch andere zu sehen wie sie sind.

 

Wenn du es schaffst, mit deiner Verletzlichkeit zu flirten und sie zu lieben, wirst du auch viel leichter andere lieben können, wie sie sind. Du wirst zu einem Botschafter von Mitgefühl, Akzeptanz und Verständnis.

 

Danke, dass du heute hier warst.

 

Zusammenfassung der Tipps:

 

Tipp 1: Du bist genug.

Tipp 2: Schau was sich hinter dem Vorhang des Schams verbirgt.

Tipp 3: Ich liebe dich. Genau jetzt. Sag dir das immer wieder.

Tipp 4: Der Schmerz spricht zu dir und deinem Körper. Höre auf die Nachricht und dann lass ihn wieder los.

Tipp 5: Tanze! Lebe! Flirte mit dir.

 

Wenn dir die Folge heute gefallen hat, teile sie gerne mit deinen Lieben. Ich freue mich auch immer sehr über deine Nachricht.

 

Ich danke dir für deine Liebe und deinen Mut. Du bist wichtig. Du bist ein wundervolles und magisches Wesen.

 

Love and light****

 

 

Spannende Links:

 

The Power of Vulnerability 

Brené Brown zu ihrer Forschung über Verletzlichkeit.

Hier geht`s zum Podcast 

 

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