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Komfortzonen - Wie teste ich meine Grenzen? (Podcast Folge 2)

January 3, 2018

 

 

 

Komfortzonen sind wie Orte, in denen wir uns eingenistet haben. Doch das Leben ist wie Wasser. Es fließt immer weiter. In diesem Post geht es darum, wie man seine Komfortzonen betrachten kann, wie man mit Hilfe von Präsenz, die Seele baumeln lassen kann und durch kleine Abenteuern Vertrauen auf die Intuition gewinnt. 

 

Kennst du das Gefühl, wenn du in deinem Leben eigentlich an einem recht guten Punkt angekommen bist? Wenn du zufrieden bist mit dem was du hast - mit dem Job, mit dem Freundeskreis oder der Wohnung? Trotzdem ist da irgendwo eine Stimme, die ganz leise flüstert: Was kommt da noch? 

 

Dann hat man die Möglichkeit auf die Stimme zu hören oder kann sie ignorieren. Anders ist es, wenn man das Gefühl hat, nicht am richtigen Ort, oder im richtigen Job oder unter den richtigen Freunden zu sein. Dann kann diese Stimme schon mal lauter anklopfen und fragen: Willst du das alles wirklich?

 

Irgendwie kennen wir diese Stimme alle. Sie ist ein wichtiger Begleiter auf unserem Lebensweg ins Wachsen und Werden. Sie erinnert uns auch manchmal, unsere Komfortzonen freundlich und liebevoll zu hinterfragen.

 

Was sind eigentlich Komfortzonen?

 

Viele Wissenschaftlicher und Psychologen haben sich mit Komfortzonen befasst und natürlich auch Künstler und Dichter. Komfortzonen sind für mich sichere Fixpunkte, die Wärme und Zuversicht einflössen. Wenn wir uns in unserer Komfortzone befinden, sind wir selbstbewusst in unseren Handlungen. Irgendwie fällt uns Vieles leicht. Komfortzonen kann man auf ganz verschiedene Arten beschreiben. Eine Komfortzone kann ein Job sein, den wir schon lange in einer bestimmten Firma machen. Wir wissen, wen wir fragen müssen, wenn der Computer nicht funktioniert oder die Kaffeemaschine wieder auf unerklärliche Weise blinkt. Vielleicht schmunzelst du nun und erkennst dich wieder?

 

Komfortzonen geben Sicherheit. Das soll nicht heißen, dass in einer Komfortzone kein Konflikt entsteht. Aber man weiß meistens wie man damit umzugehen hat.

 

Eine Komfortzone kann aber auch euer Wohnort, euer Kiez, eure Wohnung oder euer Haus sein. Mir geht das immer so, wenn ich in meine alte bayrische Heimat zurückkehre. Irgendwie entspanne ich mich dort ganz schnell. Ich kenne meine Wege – weiß wo die Post ist, der Bäcker oder der Supermarkt. Ich muss meine Wege nicht lange auf dem Handy suchen. 

 

Freunde und Beziehungen sind ein weiteres Beispiel für Komfortzonen. Freunde sind ein wundervolles Geschenk. Wenn ich mir einige meine Freunde und Freundinnen vor das innere Auge rufe, muss ich ganz oft lächeln, weil ich so dankbar bin. Mit Freunden kann man Erfolge feiern und sich gemeinsam über bedeutende Ereignisse im Leben (wie eine neue Liebe, einen neuen Job) freuen. Mit Freunden können wir aber auch traurig sein. Wahre Freunde nehmen uns einfach wie wir sind und sind für uns da, ohne viel zu hinterfragen. Auch das entspannt und gibt Halt. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon lange Nächte mit Freunden verbracht, über das Leben philosophiert und dabei auch die eine oder andere Flasche Wein getrunken habe. Ganz oft bin ich nach solchen Abenden nach Hause und habe mich auf dem Weg dankbar, leicht und beschwingt gefühlt (ok, kann auch ein bisschen am Wein gelegen haben.).

 

Komfortzonen lösen Glück und Trauer aus

 

Wenn ich an diese Komfortzonen denke, kommen ganz viele Gefühle auf. Ich bin dankbar und froh. Gleichzeitig weiß ich auch, das Leben bleibt nie gleich. Die Welt verändert sich und wir uns mit ihr.

 

Es gibt einen Spruch: “The only thing that is constant is change.” — Das Einzige was konstant bleibt, ist die Veränderung.

 

Dieser Spruch ist ehrlich. Was fühlst du, wenn du das liest? Hast du das schon tausend mal gehört und denkst dir: „Und was jetzt?“

Oder gehst du selbst gerade durch eine Veränderungsphase in deinem Leben und denkst dir: „Leichter gesagt als getan.“

 

Ich muss gestehen: Als mir in den letzten Monaten bewusst wurde, dass ich in einer intensiven Veränderungsphase bin, ist mir das Loslassen meiner Komfortzonen nicht immer leicht gefallen. Im Gegenteil!

 

Denn Komfortzonen zu verlassen – ob bewusst oder unbewusst – kann ganz schön weh tun. Es ist hart. Man muss vieles ziehen lassen. Es ist fast wie ein Frühjahrsputz, wo man in alle Ecken der Wohnung schaut, jedes Staubkörnchen wegfegt und Sachen aussortiert. Während man aussortiert und fegt, ist einem bewusst, dass manche Dinge vielleicht nie zurückkommen werden. Oder wenn sie es tun, ganz anders aussehen können.

 

Es gibt unzählige schöne und motivierende Sprüche zum Verlassen der Komfortzone:

 

Life begins at the edge of your comfort zone.

 

Comfort kills your calling.

 

Ihre Bedeutung kann man verschieden interpretieren. Ich höre zuerst: Wenn du zu lange in einer Komfortzone bleibst, könntest du vergessen, wofür du eigentlich hier bist. Du könntest vergessen, auf diese innere Stimme zu hören, die dir einflüstert: Das ist es, was du eigentlich tun solltest. Das ist es, was dich glücklich macht. Das ist dein Weg, die Welt ein klein wenig besser zu machen.

Der Gedanke kommt mir insbesondere, weil mich meine Komfortzonen recht beschäftigt halten. Kennst du das? Du bist eigentlich ganz zufrieden mit deiner Komfortzone „Job“, aber du rennst auch von einem Meeting ins nächste, hast dazwischen mal kurz eine Lunchverabredung und außerdem auch noch eine ToDo Liste, die durch die Meetings nicht kürzer wird.

 

Nach der Arbeit bist du mit Freunden auf ein Glas Wein oder zum Dinner verabredet und schiebst den Sport mal wieder auf einen anderen Tag. Obwohl du weisst, dass dir das nach dem vollen Arbeitstag wirklich gut tun würde. Irgendwo zwischen Job, Freunden und Sport solltest du noch Essen einkaufen und deine Eltern anrufen.

Vielleicht denkst du jetzt: „Was ist denn daran so schlimm? Ja, ich kenne das, aber so ist das eben. Außerdem mag ich meinen Job, meine Freunde, meinen Kiez.“

Darum möchte ich Dir eine Frage stellen: Kommst du bei all dem Beschäftigtsein noch manchmal dazu auf deine flüsternde Stimme zu hören, die dir hilft weiter in dein größtes, liebevollstes und erfülltestes Ich zu wachsen? Bringt dich dein Leben deinen Zielen näher? Hast Du das Gefühl wirklich glücklich und erfüllt zu sein? Falls das so ist, nimmst Du dir die Zeit, dein Glück auch zu geniessen?

 

Du könntest dir jetzt natürlich die Frage stellen, was schlimm daran sein soll, seine Freunde nach der Arbeit zu treffen? Nichts! Die Frage ist eher, warum treffen wir sie? Weil wir ehrlich Lust darauf haben, oder weil wir uns verpflichtet sehen, da man sich schon so lange nicht mehr gesehen hat. Ich glaube fest daran, dass wahre Freunde ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Wachsens sind. Eben diese Freunde wachsen mit uns, auch wenn wir uns nicht täglich sehen. Darauf möchte ich hinaus: Wenn ich mein Leben anschaue, habe ich mir oft nicht die nötige Zeit für mich genommen, weil ich mich verpflichtet fühlte, meine Freundschaften zu pflegen und weil ich das Gefühl hatte, da draußen etwas zu verpassen.

Darum habe ich ganz bewusst angefangen, mir eine Frage zu stellen, wenn ich mich mit meinen Freunden getroffen habe: Bin ich heute Abend fähig, komplett präsent mit meinem Freund bzw. meiner Freundin zu sein? Kann ich ganz da sein ohne in meine eigenen Gedankenwelten abzuschweifen? Kann ich gut zuhören, ehrlich Anteil nehmen und eine gute Freundin sein?

 

Dann gibt es da noch die Komfortzone des „Wohnorts“, die ich vorher erwähnt hatte. Jetzt könntest du auch wieder denken: „Ich mag meine Wohnsituation. Ich bin happy damit. Warum sollte ich daran etwas ändern?“ –

Lass mich einen Vorschlag machen: Weil uns manchmal gerade die gewohnten Pfade und Routinen, die wir täglich gehen, davon abhalten nach Neuem Ausschau zu halten. Die Sicherheit ist wie ein warmer, kuschliger Mantel. Aber manchmal wachsen wir aus diesem Mantel – oder unserem Wohnort – heraus, ohne es zu merken. Wir wachsen heraus und vergessen trotzdem, dass es irgendwo vielleicht Orte gibt, die viel besser zu unserem nächsten Schritt im Leben passen könnten. Dass es Orte gibt, die uns helfen, noch mehr zu werden, wer wir wirklich sein sollen – in diesem bestimmten Augenblick. Dass es Orte gibt, wo wir uns selbst ganz neu und anders wahrnehmen können.

Darum möchte ich dich einladen, dich zu fragen: Träumst du noch von dieser großen Reise? Warum schiebst du sie auf? Gibt dir der Ort an dem du lebst das Gefühl geerdet und getragen zu sein? Wächst du an diesem Ort? Entdeckst du noch Neues? Oder bleibst du nur an diesem Ort, weil du nicht weiß, wohin du sonst gehen solltest?

 

Fragen für deine Komfortzonen

 

Hilft dir dein Beschäftigtsein in dein größtes Ich zu wachsen? Oder wie die Amis sagen:

Are you getting closer to your true self?

Bringt dich deine Komfortzone deinen Zielen näher?

Denkst du noch über deine Ziele und Träume nach?

Folgst du deiner Leidenschaft?

Über was sprichst du mit deinen Freunden?

Sprecht ihr oft über Probleme, diskutiert sie aus, nur damit sie noch größer werden?

Bist du präsent mit dir selbst und anderen?

Träumst du noch von der großen Reise?

Warum schiebst du sie auf?

Fühlst du dich in deiner aktuellen Heimat geborgen?

Hast du dort Raum zum Wachsen und Träumen?

Gibt dir dein Lebensraum Energie?

Erlebst du noch immer neue kleine Abenteuer in deinem Lebensraum?

 

Höre auf deine Intuition!

 

Vielleicht können dir diese Fragen helfen, deine Komfortzonen ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

Denn es ist nicht leicht, Komfortzonen zu verlassen. Manchmal tun wir es und denken nicht darüber nach. Aber wenn wir eine große, bedeutende Komfortzone verlassen, kann das dauern. Pema Chödrön, eine buddhistische Zen-Meisterin sagt in ihrem Buch “When things fall apart”: „When things are shaky, we are on the verge of something.” Also wenn mal nicht alles passt und wir merken, dass eine Komfortzone einbricht, dann erst fängt etwas ganz tolles Neues an.  

 

Tony Robbins ergänzt etwas, das für mich ziemlich erleuchtend war: Nicht die Entscheidungen eine Komfortzone zu verlassen dauern lang. Die Entscheidung selbst dauert nur einen Augenblick. Aber der Weg dorthin kann dauern. Wenn ich überlege, wie lange ich manchmal die Pros und Contras für eine bestimmte Entscheidung abgewogen habe… Ewig! Dann plötzlich stand ich am Morgen vor dem Spiegel und wusste genau: Ich muss diesen Job kündigen. Ab diesem Spiegelmoment gab es kein Zurück mehr.

Wir denken, argumentieren und wiegen ab. Aber letzten Endes gibt es eigentlich einen Wegweiser, der in dem Prozess den Ausschlag gibt: die Intuition.

Husserl meint dazu, wenn du wirklich bei dir bist, ist das Leben vielmehr Intuition als Reflexion. Das von einem der großen deutschen Philosophen und Mathematiker, der in dem Moment eigentlich ganz nah beim östlichen Denken ist. Die Buddhisten sagen, es gibt einen Raum zwischen den Gedanken, in dem sich unsere Weisheit und unser wahres Wissen befinden. In ganz einfach Worten, sagen eigentlich westliche und östliche Denker, dass wir eigentlich, tief in uns, wissen was wir tun sollten und wohin wir in unserem Leben gehen sollten. Viel mehr noch: Statt zu denken und uns zu zermatern, sollten wir auf unseren Bauch hören und weniger ambitioniert wie Ingenieure unsere Wege planen.

 

Wir brauchen also ein paar Optionen, um zu diesem Raum von intuitivem Wissen zu gehen und die Grenzen unsere Komfortzonen liebevoll anzuschauen.

 

Tipp Nr. 1: Such dir jeden Tag eine kleine Herausforderung

 

Unsicherheit ist unsere tägliche Begleiterin. Sie hält uns zurück und lässt uns Abenteuer in Frage stellen. Wenn wir diese kleinen Abenteuer eingehen, treten wir ganz sanft aus unseren Komfortzonen im Alltag heraus und merken, so schwer ist das gar nicht. Das kann sogar richtig Spaß machen.

Wenn du dich jetzt fragst, und wie soll ich das machen, hab ich eine Idee. Wie wäre es, wenn du mal wieder wie ein Kind schaukeln gehst und das Lächeln auf deinem Gesicht dabei genießt?

 

Tipp Nr. 2: Sprich weniger, hör mehr zu

 

Ich will ehrlich sein. Mir fällt es oft schwer still zu sein. Schon seit einer Weile versuche ich bewusst gelegentlich nicht zu sprechen. Beispielsweise am Morgen. Stattdessen geniesse ich den Geruch meines Kaffees oder die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht. Auch nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag tut es gut, nicht zu reden und sich vom Tag zu lösen. Es gibt mir die Chance in mich reinzuhören und die Gefühle anzuschauen, die da so herumschwirren.

In diesen Momenten begegne ich mir selbst und mit jedem Mal mit dem ich mir selbst bewusst begegne, lerne ich ein wenig mehr über mich. Dabei hilft mir die Stille.

Darüber hinaus hilft die Stille in Gesprächen mit anderen. Oft springen wir in Gesprächen von einem Thema zum nächsten. Vielleicht versuchst du stattdessen mal mit deinen Freunden zu schweigen – gerade in Augenblicken, in welchen ihr am liebsten zum nächsten Thema springen würdet. Wer weiß, vielleicht fühlst du dann noch mehr Freundschaft und Empathie und kannst so deinen Freunden ein ganz besonderes Geschenk im stillen Moment machen.

 

Wenn du dich jetzt fragst: Wie fange ich mit dieser Stille an? Du könntest dir eine schöne Tasse Tee machen, bewusst den warmen Duft des Tees einatmen und dich damit in eine Decke gekuschelt ans Fenster setzen.

 

Tipp Nr. 3. Such das Alleinsein!

 

Alleinsein kann Balsam für die Seele sein. Ganz besonders dann, wenn man sich erlaubt ganz mit seinen Träumen, Wünschen und Hoffnungen zu sein. Viele große Poeten wie beispielsweise Emily Dickinson haben wunderschöne Gedichte darüber geschrieben, wie sie sich selbst durch das Alleinsein begegnet sind. Sie haben aber nicht nur über dieses Mit sich Eins-sein gesprochen, sondern auch darüber, wie sie in eine Art Flow State gekommen sind im Alleinsein. Wie die Gedanken geflossen sind, die Ideen gesprudelt und die Lust aufs Neue plötzlich da war.

 

Was mir in Augenblicken des bewussten Alleinseins begegnet ist: Frieden! Manchmal bleibt dann alles stehen, die Welt leuchtet und alles ist ok wie es ist. Genau in solchen Momenten kommen mir Ideen zu Dingen, die ich gerne verändern möchte und Intuitionen wie ich das tun kann.

 

Darum meine abschliessende Frage an dich: Wann hattest du das letzte Mal bewusst und voller Genuss ein Date mit Dir selbst?

 

Wir alle haben Komfortzonen und es gibt wundervolle Wege, sich die eine oder andere Komfortzone anzuschauen. Wir können mit kleinen Schritten anfangen, Frieden und Ruhe in uns zu schaffen, und so die Kraft aufbauen freudig nach unseren Sternen zu greifen. 

 

Ich würde mich freuen mit dir gemeinsam in Richtung der Außenkanten deiner Komfortzone zu gehen und Licht auf deinen wunderbaren Lebensweg zu leuchten.

 

Love and light***

Martina

 

THERE is a solitude of space,

A solitude of sea,

A solitude of death, but these

Society shall be,

Compared with that profounder site,

That polar privacy,

A Soul admitted to Itself:

Finite Infinity.

 

(Emily Dickinson)

 

Hier der Podcast zum Reinhören.

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