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Authentizität – Sei einfach du selbst (Podcast LebensLiebe Folge 3)

January 10, 2018

 

 

Bist du wirklich du selbst? Macht es dich glücklich was du tust? Findest du leicht zu deiner inneren Ruhe und deinem Vertrauen?

 

Genau darum wird es in diesem Blogpost gehen und vielleicht nimmst Du für Dich mit…

 

… wie Du mit einfachen Tricks mehr du selbst sein kannst

… wie Du statt Zielen Visionen entwickelst

… wie Du mehr Verbindung zu dir selbst im Innen und Außen schaffen kannst

 

Ich denke sehr oft über Authentizität nach und stelle mir auch die Frage, wer bin ich eigentlich? Bin ich immer ich selbst? Oder verbiege und verbreche ich mich, weil ich das Gefühl habe, sonst nicht in diese Situationen hineinzupassen? Wie merkt man eigentlich, dass man komplett authentisch und man selbst ist?

 

Unser Leben: Eine Inszenierung

 

Früher habe ich über das Thema Authentizität eigentlich nicht so viel nachgedacht. Aber in einer Zeit von Social Media, in welcher sich jeder Mensch noch schöner, attraktiver und sexier präsentiert, ist es nicht immer leicht einfach nur man selbst zu sein. Neben dem Schönheitsfaktor in sozialen Medien, gibt es weitere unzählige Möglichkeiten sein Leben toll darzustellen: Einzigartige Reisen, tolle Hotels, Restaurants, super Essen … usw. Ihr wisst sicher, wovon ich spreche. Wir inszenieren nach außen ein Leben und Dasein, das großartig aussieht und mit Filtern stets noch blumiger und schöner dargestellt wird.

 

Diese Inszenierung setzt sich im privaten und Berufsleben fort. Im Job präsentieren wir uns stark, tough und durchsetzungsfähig. Statt Schwäche ist Durchhaltungsfähigkeit, schnelles Handeln und aktives Engagement in Projekten und mit Kollegen gefragt. Im Optimalfall lächeln wir noch dabei. Schlechte Laune, ein schlechter Tag oder Probleme sonstiger Art sind nicht gefragt. Wir müssen funktionieren, die Uhr tickt. Da müssen wir im Zeitalter der Digitalisierung mithalten.

 

Dann gibt es noch Konferenzen, Tagungen und Events. Hier sollten wir nicht nur anwesend sein, sondern auch perfekte Netzwerker, Verkäufer und Selbstdarsteller. Der Netzwerker läuft tagsüber über die Konferenz, schüttelt Hände, sammelt Kärtchen ein und verstreut unendliche Souveränität. Am Abend kommt er/sie zum Dinner mit einem ausgeruhten Lächeln im Gesicht, das sich auch bis in die späte Nacht bei den Trinkgelagen mit den neuen Partnern aus dem Netzwerk hält. Wenn es im Anschluss noch eine Party auf dieser Konferenz oder Tagung gibt, sind wir natürlich dabei. Denn wer als letztes geht ist cool, ist angesehen, hat alles richtig gemacht.

Ich möchte das klarstellen: Ich spreche hier von Männern und Frauen!

 

Spielen wir dieses Spiel im Privatleben weiter: Wie oft passiert es dir, dass du ein Gespräch führst und dein Gegenüber von seinen tollen Reisen oder Reiseplänen erzählt, dann die Ausführungen noch mit ein paar Workshops schmückt, die er in letzter Zeit besucht hat (zum besser Essen, veganes Brotbacken, Selbstwachstum, etc. ) und noch ein bisschen von dem tollen Restaurant erzählt, in dem er oder sie letzte Woche zu einem war.

 

Wie fühlst du dich in solchen Momenten?

 

Extrovertiert versus introvertiert = authentisch?

 

Es gibt extrovertierte Menschen, die auf Events, Konferenzen und Tagungen gehen und dabei wirklich Spaß haben. Wenn sie durch die Menschenmassen laufen, gewinnen sie Energie. Diesen Menschen macht es Freude auf Leute zu zu gehen, Kontakte zu knüpfen, Small Talk zu führen und sich auf Events treiben zu lassen. Auch der Abend mit Dinner und Drinks fällt ihnen leicht. Sie geniessen das und sind dabei ganz sie selbst.

Dann gibt es Menschen – ich gehöre zu dieser Gruppe – welchen diese Art von Offenheit und Interaktion weniger leicht fällt. Für mich waren und sind solche Events mit Unsicherheit verbunden. Ich sage mir, ich sollte netzwerken, mich unterhalten und neue Kontakte knüpfen. In Wahrheit aber fühle ich mich erschöpft unter dem Druck, der in mir und um mich dabei entsteht. Ich mag Menschen. Trotzdem fällt es mir in derartigen Settings schwer, mich ständig neu zu öffnen, Small Talk zu führen und eigentlich nur den Mehrwert abzufühlen, den ein neuer Bekannter für mich haben könnte. Noch unangenehmer finde ich es, wenn ich selbst auf meinen möglichen Mehrwert abgecheckt werde.

In solchen Momenten fange ich an, meine Kleidung, mein Aussehen und mein Verhalten zu hinterfragen. Ich bin nicht mehr ich selbst. Vielmehr versuche eine Rolle zu spielen, um Erwartungen zu füllen.

 

Kennt ihr das vielleicht? Das ist für mich ein sehr schöner Kontrast von Authentizität versus Unsicherheit.

 

Auch im Job gibt es Menschen, welchen es leicht fällt, souverän dem Druck im Beruf stand zu halten. Sie wandeln einfach durch den Tag und meistern viele Tasks trotz Druck mit Freude und Leichtigkeit.

Ich bin der festen Überzeugung, dass kein Mensch vor dem Stress und Druck gefeit ist, den die heutige Arbeitswelt in uns auslöst. Trotzdem beobachte ich, dass manche Menschen leichter mit Druck umgehen als andere. Vielleicht kann man hier wieder differenzieren zwischen extrovertierten und introvertierten Menschen, vielleicht ist es aber auch so, dass manche Menschen ihre Ziele sehr klar haben und sie authentisch und überzeugt verfolgen. Andere Menschen aber bauen eine Identität im Berufsleben auf, die nach außen tough und souverän wirkt, in ihrem Inneren sieht es allerdings anders aus.

 

Was denkst du nun? Wie geht es dir im deinem Berufsleben? Kannst du einfach du selbst sein?

 

Authentizität

 

Laut Definition ist Authentizität Originalität, ein bei-sich-sein und ein Ausleben persönlicher Wünsche. Um sich selbst in seinem wahren Ich auszudrücken, muss man verstehen, was das wahre authentische Ich eigentlich möchte.

 

Ich würde dir gern ein paar Methoden aufzeigen, die dir dabei vielleicht helfen.

 

Frag dich doch einfach mal, woher deine Überzeugungen stammen?

 

Wir alle haben bestimmte Glaubenssätze, sog. belief systems, welche uns leiten. Diese Glaubenssätze und Überzeugungen entwickeln wir von klein an. Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir einfach nur „wir selbst“. Aber schon mit den ersten Worten prägen uns die Glaubenssätze von Eltern und Familie. Später gehen wir dann in den Kindergarten und die Schule — alles Systeme, die von bestimmten Werten geprägt sind. Danach kommt die Berufsausbildung und/oder ein Studium und im Anschluss die Arbeitswelt. All diese Systeme prägen unser Denken und Handeln. Luhmann`s Systemtheorie besagt, dass die Art wie Systeme unser Handeln beeinflussen uns meist nicht bewusst ist. Systeme geben uns Orientierung. Wir werden zu Akteuren in einem bestimmten System. Allerdings nehmen wir uns wenig Zeit, das bzw. die System(e) zu hinterfragen. Mehr noch, die Anpassung unseres Denkens und Handelns macht es ja auch viel leichter in einem bestimmten System zu agieren.

 

Mein Tipp:

 

Geh in deinem Geist zurück in die verschiedenen Systeme deines Lebens. Fühl hinein, wie es dir dabei geht und schaut, ob es sich gut oder schlecht anfühlt. Gerade wenn es sich weniger gut anfühlt, frag dich, warum. Und wenn es sich gut anfühlt, schaut mal, was du dabei über dich selbst lernen kannst.

 

Es gibt einen Unterschied zwischen Ziel und Vision. 

 

Wenn wir uns vom Kind zum Teenager und zum Erwachsenen entwickeln, fühlen wir uns unbewusst verpflichtet, die Werte von bestimmten Systemen — im Grunde Erwartungen —  zu erfüllen. Das sind Erwartungen von anderen, oft aber auch Erwartungen, die wir in uns selbst aufgebaut haben.

So wandeln wir mit dem Fluss des Lebens innerhalb der uns bekannten Systeme. In meinem Fall war es ganz lange so, dass diese Systeme auch meine Lebensziele geprägt und dominiert haben.

Ich habe sie definiert, wie ich es vor allem auch in der Management-Welt gelernt hatte: Kurz, Mittel- und Langfrist-Ziele. Ein kurzfristiges Ziel, zahlt auf das Mittelfristige und dies wiederum auf das Langfristige ein. Doch die Ziele haben eines nie reflektiert: Meine Leidenschaften! Sie haben mich nicht mit Glück erfüllt. — Kennst du das? Dass du dich nie gefragt habt, was die leitende Vision in deinem Leben ist?

 

Mich hat der Leitfaden irgendwann wie ein Blitz getroffen und mich mit sehr viel Glück und Energie gefüllt. Aber daraufhin musste ich mich auch von vielen alten Zielen lösen. Was ich heute tue, muss sich gut und leicht anfühlen. Nur dann kann ich meiner Vision treu bleiben. Rumi formuliert das so schön:

 

Let yourself be drawn by the stronger pull of that which you truly love.

(Rumi)

 

Mein Tipp:

Statt in kurz, mittel- und langfristigen Zielen zu denken, versuch dir selbst in einer stillen Minute zu begegnen und dein Herz zu fragen: "Was ist die eine schöne, liebevolle und ehrliche Vision, die ich gerne in die Welt tragen will?"

 

Authentizität ist Verbindung zu sich selbst und zum Außen.

 

Diese Verbindung ist wichtig, um deine Visionen klar zu sehen. Unser Leben ist geprägt von viel Rennen und wenig Ruhe und Sein. In der Yoga Philosophie heißt es, dass wir unserem True self begegnen, wenn wir still stehen; wenn wir Momente schaffen, in welchen sich unsere äußere und innere Welt begegnen. Dann entsteht Ruhe. Es wird still um und in uns, und die Stille gibt uns eine Chance, in uns hinein zu hören.

Denk mal einen Augenblick nach: Hast du einen Ort, der dich immer zur Stille führt. Der dich ruhig werden lässt?

 

Ich habe ein paar solcher Orte. Ich begegne mir selbst, wenn ich in der Natur bin, durch einen Wald laufe oder über ein leeres Feld schaue. Neben Ruhe empfinde ich dann tiefes Vertrauen — Vertrauen darauf, dass meine Vision mich auf meinem Weg leiten wird und diese Vision mein Korrektiv für falsch und richtig ist.

 

Je öfter ich diese Orte aufsuche, desto mehr Ruhe trage ich in mir.

 

Orte der Ruhe kannst du aber auch in dir finden. Nicht jeder ist ein Freund der Meditation. Aber ich bin mir sicher, auch du hast eine Art zur Stille zu kommen – bei einem Glas Wein, an einem frühen Morgen oder etwas das dir nun selbst einfällt.

 

Mein Tipp:

Nimm dir vor, 1-2 mal in der Woche deinen eigenen Ruhepol aufzusuchen. Schreib es dir in den Kalender und schau dir an, wie du dich in diesem Moment fühlst, was dein Inneres dir zuflüstert und wie sehr du gerade in Verbindung mit dir selbst stehst.

 

Ich bin dir sehr dankbar, dass du dir Zeit genommen hast, um mit mir gemeinsam über Authentizität nachzudenken. Ich hoffe, ich konnte dir schöne Anregungen geben, wie du im Alltag ein wenig mehr du selbst sein kannst. Du kannst am meisten in der Welt bewegen, wenn du freudig und glücklich du selbst bist!

 

Vielleicht können wir auch gemeinsam viele anderen inspirieren, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen, sich mehr mit ihrer Vision zu identifizieren und voller Selbstvertrauen und Ruhe ihre eigene Authentizität zu leben.

 

Mit ganz viel Liebe und Dankbarkeit.

 

Love and light***

Martina

 

Hier noch ein paar spannende Links:

 

Luhmann für Einsteiger

Für alle die mehr zu Luhmann’s Systemtheorie wissen wollen. ;)

 

Purusha – The True Self

Einfach mal ein paar Gedanken zum True self, die ich sehr schön finde.

 

Hier der Podcast zum Thema

 

 

 

 

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